kistenweise

16 Studierende des Fachbereichs Architektur der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft haben vom 23. bis 25. Mai mit Hilfe von 1.500 Bierkisten auf dem Paderborner Franz-Stock-Platz eine begehbare Skulptur entstehen lassen. Zu beobachten war ein dynamischer Bauprozess, in dessen Verlauf die Bierkisten über mehrere Etappen zu einem 4,50 Meter hohen schwarzen Kubus geformt wurden, der nachts sogar illuminiert war. Das von der Stadt Paderborn beauftragte und mit Mitteln des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung geförderte und von der Paderborner Brauerei unterstütze Projekt lud die Paderborner Bürger zu Gesprächen zum Thema Baukultur ein.

Die Studierenden waren drei Tage vor Ort, um das Konzept ihrer Kommilitonin Christine Lang umzusetzen, das im studentischen Wettbewerbsverfahren ausgewählt worden war. Ziel der Installation war es, gewohnte Sichtweisen aufzubrechen, neue Bilder in der (altbekannten) Stadt entstehen zu lassen, den Bürgern neue Blickwinkel zu eröffnen, zu Diskussionen anzuregen und die Paderborner zum Gespräch über Baukultur einzuladen.

Die künstlerische Intervention entstand in drei Phasen und thematisierte geschickt den Kontrast zwischen historischer Bausubstanz der Innenstadt und dem ungewohnten Baumaterial. Zunächst ergriffen die Kisten teppichartig Besitz vom Platz und veränderten dadurch Wege, weckten Aufmerksamkeit und ließen ein neues Raumgefüge entstehen. In der Folge kumulierten die Kisten in der Platzmitte und die Skulptur wuchs langsam in die Höhe. Zum Ende verdichtete sich die Skulptur zu einem begehbaren, schwarzen Kubus, dessen Architektur dazu einlud, sich mit ihm und seiner gebauten Umgebung auseinanderzusetzen.

Die Aktion – ausführlich dokumentiert in der Presse und begleitet vom Lokalfernsehen – wurde als großer Erfolg gewertet. Die Studierenden setzten – trotz des widrigen Wetters – Christine Langs Konzept perfekt um. So entstand ein eindrucksvolles Objekt, das mit vielen Bürgern den Dialog eröffnete. Obwohl die Aktion abseits der stark frequentierten Bereiche der Fußgängerzone realisiert wurde, fanden zahlreiche Paderborner den Weg zum Franz-Stock-Platz, ließen sich das Werk und seinen Bezug zum Thema Baukultur erläutern und beteiligten sich an den Diskussionen.

Die Studierenden konnten das Projekt von der ersten Idee an verfolgen und alle Phasen mitgestalten. Dies umfasste nicht nur die eigenständige Entwicklung der Entwürfe, sondern auch die Auswahl im Juryverfahren, die Genehmigungsphase, die detaillierte Planung, die Realisierung, die Nutzung bis hin gemeinsamen zum Rückbau des Kubus.

 

Ort
Paderborn

Datum
Erarbeitung: 11/2012 – 05/2013
Aktionszeitraum: 23.05.-26.05.2013

Rahmen
Projekt „Baukultur in der Praxis“ der Stadt Paderborn,
im Rahmen des Forschungsprogramms „Experimenteller Wohnungs- und Städtebau“ (ExWoSt) des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS), betreut vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR).

Lehrveranstaltung am Fachbereich Architektur
der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft
Lehrgebiet Architektur und Kunst im Dialog
Lehrgebiet Projektmanagement
Villestraße 3, 53347 Alfter

Projektbeteiligte
Prof. Dr. Florian Kluge
(Lehrgebiet Projektmanagement)

Prof. Willem Jan Beeren,
(Lehrgebiet Architektur und Kunst im Dialog)

Studierende der Alanus Hochschule aus den Studiengängen Architektur und Stadtraum sowie Prozessarchitektur, Konzeptbeitrag von Christine Lang

Material
1500 Bierkisten
15.000 Kabelbinder
10 Stableuchten

Förderer
Stadt Paderborn
Technische Beigeordnete Claudia Warnecke
Pontanusstraße 55, 33102 Paderborn
im Rahmen des Projekt „Baukultur in der Praxis“, gefördert im ExWoSt-Programm

Paderborner Brauerei
Haus Cramer GmbH & Co. KG
Halberstädter Str. 45, 33106 Paderborn