NEUschnee

Landschaften bündeln Emotionen. Dabei ist der Blick auf die Landschaft immer Ausdruck einer gelebten Kultur und abhängig von der eigenen Erfahrung und Wahrnehmung. Die gemeinsame Exkursion der Fachbereiche Architektur und Bildhauerei bot den Studenten die Möglichkeit, sich architektonisch-künstlerisch mit dem Thema Landschaft auseinanderzusetzen.

Die Reise führte in ein typisches Wintersportdorf im Kleinwalsertal, Österreich mit Blick auf das Alpenpanorama und direkt an der Skipiste gelegen. Inspiriert von diesem besonderen Ort schufen 20 Studenten beider Fachbereiche architektonische, plastische oder auch flächige Objekte im Schnee. Das verschwenderisch zur Verfügung stehende Material – eine über zwei Meter hohe Schneeschicht – wurde geschaufelt, verdichtet, untergraben, geschnitzt, geschichtet oder einfach berodelt. Aus diesem spielerischen Umgang entstanden verschiedene sinnliche Objekte in Einzel- oder Gruppenarbeit: ein U-Boot, eine Schneekathedrale und ein Eisbär, Schneehasen, eine Rodelbahn mit Tunnel und Schanze, eine Schneehöhle oder auch ein Schneefisch. Während die einen Projekte einer vorherigen Planung entsprangen, entwickelten sich die anderen in der direkten Auseinandersetzung mit Material und Ort. Gemeinsame Rundgänge und Betrachtungen unterstützten den Schaffensprozess und schärften die Konzepte, sorgten aber auch immer wieder für reichlich Unterhaltung und Spaß.

Um die großen Mengen an Schnee zu bewältigen, arbeiteten die Studenten mit Spaten, Schaufel, Maurerkelle, Mörtelbütt und Wok-Rodel. Die Erkenntnis, dass Schnee zwar ein leichtes Material ist, in der Bearbeitung jedoch enormen Körpereinsatz bedarf, forderte täglich aufs Neue die Leistungs- und Leidensfähigkeit heraus.

Eine andere Herausforderung waren die Temperaturschwankungen im Laufe des Tages und die sich dadurch verändernde Festigkeit des Materials. Auch die Farbigkeit des Schnees bei verschiedenen Lichtverhältnissen spielte in der Konzeption der Objekte eine große Rolle und musste im Schaffensprozess berücksichtigt werden: Der meist pulvrige Schnee am Morgen ließ sich leicht abtragen. Gegen Mittag, wenn die Temperaturen gestiegen waren, musste der Schnee eher verdichtet und geschichtet werden. Am Abend wurde bei schwindenden Lichtverhältnissen und Kräften verputzt und geglättet.

Am letzten Abend feierten Einheimische und Gäste des Ortes mit den Studierenden die fertigen und stimmungsvoll illuminierten Objekte.

Ort
Hirschegg, Kleinwalsertal

Datum
Vorbereitung 12/2007 – 03/2008
Aktionstage: 21.-23.03.2008

Rahmen
Lehrveranstaltung an der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft:

Fachbereich Architektur, Villestr. 3, 53347 Alfter
Fachgebiet Bildhauerei, Johannishof, 53347 Alfter

Projektbeteiligte
Dipl.-Ing. LA Ulrike Platz
Dipl.-Bildhauer Paul Jonas Petry
Prof. Willem-Jan Beeren

20 Studierende der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft
aus dem Fachbereich Architektur und dem Fachgebiet Bildhauerei

Material
Schnee
Schaufeln, Eimer, Bütten
Knicklichter, Teelichter, Bengalische Feuer

Förderer
Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft
Villestr. 3, 53347 Alfter

Rheinland-Touristik
Industriestr 57, 50389 Wesseling