Stairway to … Wipperfürth

Anlass des Stegreifs unter dem Titel „Stairway to… Wipperfürth“ waren die damaligen Planungen und Aktivitäten der Stadt Wipperfürth: Am Ufer der Wupper plante die Stadt ein neues Kulturzentrum. Der vorgesehene Standort, an dem sich bereits ein Jugendzentrum befand, war jedoch noch recht isoliert. Daher hatte die Stadt Wipperfürth ein großes Interesse daran, das neue Kulturzentrum mit dem höchsten Punkt der Stadt, dem „Klosterberg”, zu verbinden. Dort befand sich bereits ein Bildungszentrum – es galt also, eine Nord-Süd-Verbindung vom Ufer der Wupper zum Klosterberg durch eine temporäre Aktion erlebbar zu machen und so Jugend, Kultur und Bildung miteinander zu verknüpfen.

Für die 11-köpfige Studentengruppe bestand nun die Aufgabe, sich zunächst mit den unterschiedlichen Orten, Plätzen und Situationen auseinanderzusetzen und der Frage nachzugehen, welches die spezifischen Eigenarten, Besonderheiten und Qualitäten sind, die sich für eine „verbindende Idee“ nutzen lassen. Ziel war es, eine Aktion zu konzipieren und auch durchzuführen, die dieses Anliegen auf kreative Weise umsetzt. So entstanden sechs sehr unterschiedlich Konzepte. Eines davon hat die Gruppe dann – als Jury für die eigenen Ideen – ausgewählt und zur Umsetzung vorbereitet.

Das ausgewählte Konzept griff die Kommunikationsfunktion öffentlicher Räume auf. Es sollten Anlässe und Gelegenheiten geschaffen werden, miteinander ins Gespräch zu kommen und gemeinsam den Ort und die Atmosphäre zu genießen.

Entlang der Nord-Süd-Achse von der Wupper bis zum Klosterberg liegen sehr verschiedene Ort und Plätze, die auf unterschiedliche Weise genutzt und wahrgenommen wurden. So wurde der noch sehr junge Hausmannsplatz zwar attraktiv gestaltet, aber es fehlte ihm noch an Lebendigkeit. Auch der Kirchplatz war ein interessanter und attraktiver Ort, wurde jedoch vor allem als Durchgangsraum genutzt. Der Klosterberg am anderen Ende der Achse wies ebenfalls große Potenziale auf, schien im Bewusstsein der Bevölkerung aber eher „unterbelichtet“ zu sein. Das konnte man vom Marktplatz wiederum nicht behaupten: Er liegt nicht nur Mittelpunkt der Achse, sondern wird, trotz der Funktion als zentraler Parkplatz, sehr intensiv genutzt.

Im Rahmen der Aktion haben die Studierenden am 2. Juli zwischen 10:30 Uhr und 16 Uhr jeweils für eine gewisse Zeit die genannten Orte „bestuhlt und „bespielt“. 15 blau bemalte Stühle wurden in wechselnden Mustern im Raum angeordnet. Die weiß gekleideten Studierenden besetzten die Stühle und schufen so die besondere Atmosphäre öffentlich genutzter und belebter Orte. Zudem haben zwei Gitarristen an jedem neu besetzten Ort für eine einleitende musikalische Untermalung gesorgt – und dem jeweiligen Platz so für ein paar Augenblicke ein ganz besonderes Flair verliehen.

 

 

Ort
Wipperfürth (Oberbergischer Kreis)

Datum
Erarbeitung: 05 – 06/2005
Aktionstag: 02.07.2005

Rahmen
Lehrveranstaltung an der Architektur-Fakultät der RWTH Aachen:
Lehrstuhl für Planungstheorie und Stadtentwicklung
Wüllnerstraße 5b, 52056 Aachen

in Kooperation mit der Stadt Wipperfürth.

Projektbeteiligte
Dr. Ulrich Berding und Gisela Schmitt
(Lehrstuhl für Planungstheorie und Stadtentwicklung)

Studierende der RWTH aus den Studiengängen Architektur und Stadtplanung

Material
15 gebrauchte Stühle, zum Teil vom Sperrmüll
blaue Farbe
12 weiße Einweg-Maler-Overalls

Förderer
Stadt Wipperfürth